Stell dir vor, du sitzt in einem gemütlichen Edibles Café in Amsterdam. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee mischt sich mit einem süßlich-herben Aroma. Auf dem Teller vor dir liegt ein Stück Schokoladenkuchen – aber nicht irgendein Kuchen. Es ist ein "Space Cake", ein Gebäck, das mit Cannabis angereichert ist, also ein Edible.
Wenn du schon mal was von Space Cakes, Hasch Brownies oder THC-Gummibärchen gehört hast, dann weißt du grob, worum’s geht. Aber was steckt wirklich dahinter? Warum ballern die oft heftiger als ein Joint? Und was musst du beachten, damit du nicht völlig wegfliegst? Keine Sorge, ich erklär’s dir entspannt. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass Cannabis seinen Weg in unsere Küche fand?
Inhaltsverzeichnis
- 1. Key Takeaways: Das Wichtigste über Edibles
- 2. Was sind Edibles? (Definition, Geschichte, Entwicklung)
- 3. Wie wirken Edibles? Warum ballern sie anders als Rauchen?
- 4. Wie lange dauert es, bis Edibles wirken?
- 5. Wie dosiert man Edibles richtig, um nicht zu eskalieren?
- 6. Was sind die häufigsten Fehler bei Edibles?
- 7. Was tun, wenn man zu viel genommen hat?
- 8. Kann man Edibles selbst machen?
- 9. Wie bewahrt man Edibles sicher auf?
- 10. Welche Vorteile und Nachteile haben Edibles im Vergleich zum Rauchen?
- 11. Sind Edibles das Richtige für dich?
Key Takeaways: Das Wichtigste über Edibles
- Edibles sind Cannabis-haltige Lebensmittel (THC = High, CBD = Entspannung).
- Wirkung setzt spät ein (30–120 Min.), hält dafür lange (6–12 Std.).
- Start low, go slow! Anfänger: 2,5–5 mg THC, erstmal abwarten.
- Kein Mischkonsum mit Alkohol – übler Fehler!
- In Deutschland sind THC-Edibles verboten, in den USA & Kanada oft legal.
- Sichere Lagerung ist Pflicht, besonders wenn Kids oder Mitbewohner im Haus sind.
Was sind Edibles? (Definition, Geschichte, Entwicklung)
Cannabis Edibles (kurz Edibles) sind essbare oder trinkbare Produkte, die mit Wirkstoffen der Cannabispflanze versetzt sind. Im Unterschied zu herkömmlichen Lebensmitteln dienen sie nicht der Ernährung, sondern entfalten durch enthaltenes THC (Tetrahydrocannabinol) eine psychoaktive Wirkung oder durch CBD(Cannabidiol) potenzielle therapeutische Effekte. Edibles bieten damit eine Alternative zum Rauchen oder Vapenvon Cannabis, da die Wirkstoffe oral aufgenommen werden.
Die Nutzung von Cannabis in Lebensmitteln hat eine lange Geschichte. Tatsächlich war oraler Cannabiskonsum über Jahrtausende verbreitet: In vielen alten Kulturen wurde Cannabis in Speisen und Getränken verarbeitet. Ein Beispiel ist Bhang– ein traditionelles indisches Getränk aus Joghurt, Gewürzen und Cannabis –, das bereits im 12. Jahrhundert üblich war und sogar Kriegern vor der Schlacht verabreicht wurde.
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Im Mittleren Osten und Indien kannte man die Süßigkeit “Mahjoun” (auch Majungenannt), eine Art Dattel-Konfekt mit Haschisch und Honig, die als früher Vorläufer moderner Edibles gilt. In der westlichen Welt erlangten Cannabis-Lebensmittel vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Bekanntheit – legendär sind etwa die Hasch-Brownies der Hippie-Ära.
Mit der Legalisierung von Cannabis in einigen Regionen erlebt diese Konsumform einen Boom. Was früher vor allem selbstgebackene Kekse oder Kuchen waren, hat sich zu einer vielfältigen Produktpalette entwickelt:
Heute gibt es in legalen Märkten Hunderte Marken und tausende verschiedene Edible-Produkte (von Gummibärchen und Bonbons über Schokoladen bis zu Getränken), während klassische Brownies nur noch weniger als 1% der Edible-Verkäufe ausmachen.
Entsprechend machen Edibles inzwischen einen bedeutenden Anteil des Cannabis-Marktes aus – z.B. rund 12% des Gesamtumsatzes in den USA(Stand 2022). Besonders beliebt sind dabei Fruchtgummi-Produkte, die etwa 70% der Edible-Verkäufe ausmachen
Welche Arten von Cannabis Edibles gibt es? (Produkte, THC- vs. CBD-Edibles)
Hier eine kleine Übersicht, was es da so gibt:
- Gummibärchen & Fruchtgelees – Der absolute Bestseller, weil easy dosierbar.
- Schokolade & Kekse – Perfekt für Naschkatzen, aber Dosierung kann tricky sein.
- Cannabis-Drinks – Infundierte Limos, Tees oder sogar THC-Bier.
- Tinkturen & Öle – Kein klassisches Edible, aber du kannst es easy in Essen mischen.
- Space Cakes & Hasch Brownies. – Oldschool, aber immer noch nice.
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THC vs. CBD:
Es gibt Edibles mit THC (macht high) und CBD (entspannend, aber ohne Rausch). In Deutschland gibt’s legal nur CBD-Edibles, alles mit THC ist (noch) verboten. In Amsterdam oder Kalifornien bekommst du aber easy THC-haltige Edibles.
Wie wirken Edibles? Warum ballern sie anders als Rauchen?
Beim Rauchen geht das THC direkt in die Lunge → ins Blut → ins Hirn. Zack, nach ein paar Minuten merkst du es.Edibles nehmen einen anderen Weg:
- Du isst es, es geht in den Magen.
- Dein Körper verarbeitet das THC in der Leber zu 11-Hydroxy-THC – das wirkt viel intensiver als normales THC.
- Es dauert 30-90 Minuten, bis du was merkst, dafür hält das High viel länger (bis zu 8 Stunden).
Individuelle Unterschiede: Die genaue Stärke und Dauer der Wirkung variiert von Person zu Person. Einflussfaktoren sind u.a. Körpergewicht, Stoffwechsel, biologisches Geschlecht und Mageninhalt (ob man z.B. gleichzeitig Nahrung zu sich genommen hat).
Auch die persönliche Toleranz gegenüber Cannabis spielt eine große Rolle – erfahrene Konsumenten verspüren bei gleicher Dosis oft weniger Effekt als Neulinge. All diese Faktoren machen die Wirkung von Edibles weniger vorhersehbar als die von inhaliertem Cannabis.
Wichtig ist: Das High kommt schleichend, kann dafür aber intensiver ausfallen. Viele Nutzer beschreiben ein stärkeres körperliches Entspannungsgefühl im Vergleich zum Rauchen, was mit der anderen Verstoffwechselung (Stichwort 11-Hydroxy-THC) zusammenhängt.
Deshalb der Klassiker: „Ich spüre nix, ich ess noch eins... SHIT!“ 😅

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Wie lange dauert es, bis Edibles wirken?
Je nach Stoffwechsel, Mageninhalt & Dosierung dauert es 30 bis 120 Minuten, bis du was merkst. Die volle Wirkung kommt oft erst nach 2 bis 4 Stunden – und dann bleibst du für 6 bis 12 Stunden high.
Tipp: Nimm dein erstes Edible auf leeren Magen, wenn du schneller was spüren willst – oder nach dem Essen, wenn’s sanfter einsetzen soll.
Wie dosiert man Edibles richtig, um nicht zu eskalieren?
Hier geht’s schnell nach hinten los. Während du bei nem Joint aufhören kannst, wenn’s reicht, gibt’s bei Edibles kein Zurück. Deswegen:
- Anfänger: 2,5–5 mg THC
- Gelegentliche Nutzer: 5–10 mg
- Erfahrene Konsumenten: 10–20 mg
- Hardcore-Freunde: 50+ mg (aber frag dich, ob du das wirklich willst)
Merke: Wenn auf der Packung steht „10 mg THC pro Stück“, dann heißt das ein Gummibärchen = 10 mg, nicht die ganze Packung!
Was sind die häufigsten Fehler bei Edibles?
Typische Fehler beim Umgang mit Edibles sind:
- Ungeduldiges Nachdosieren: wie oben beschrieben, der häufigste Fehler.
- Unklare Dosierung – z.B. selbstgemachte Edibles mit unbekannter THC-Menge, oder gekaufte Produkte, bei denen man die Packungsangaben ignoriert. Immer die Labelangabenlesen und beachten!
- Mischkonsum mit Alkohol oder anderen Drogen: Alkohol verstärkt die berauschende Wirkung von THC deutlich. Wer Edibles und Alkohol gleichzeitig konsumiert, hat ein signifikant höheres Risiko für Überintoxikationund Beeinträchtigungen. Ebenso sollte Cannabis nicht mit Beruhigungsmitteln oder Stimulanzien kombiniert werden, da unvorhersehbare und gefährliche Wechselwirkungen drohen.
- Unsichere Umgebung: Insbesondere Anfänger sollten Edibles nicht alleine und nur in einer vertrauten, sicheren Umgebung konsumieren. Idealerweise ist eine nüchterne Begleitperson dabei. Die Wirkung hält lange an, daher sollte man z.B. keine Autofahrtenoder wichtigen Termine einplanen, sondern den Tag/Abend frei halten.
- Kinder und Haustiere gefährden:Edibles sehen oft aus wie normale Süßigkeiten (Schokolade, Gummibärchen etc.) und sprechen Kinder oder Haustiere an. Es kommt immer wieder vor, dass z.B. ein Kind aus Versehen Cannabis-Leckereien isst – das kann zu schweren Vergiftungen führen. Daher müssen Edibles unbedingt sicher und unerreichbar für Unbefugte aufbewahrt werden (siehe Aufbewahrung). Produkte sollten kindersicher verpackt und klar gekennzeichnet sein.
Was tun, wenn man zu viel genommen hat?
Erstmal: Du stirbst nicht daran. Aber wenn das High zu heftig wird:
- Bleib ruhig – es geht vorbei.
- Atme tief durch & trink Wasser.
- Iss was Fettiges (z. B. Brot mit Erdnussbutter), das kann helfen.
- CBD kann das High abmildern.
- Schlaf hilft am meisten.
Kann man Edibles selbst machen?
Ja, aber das braucht etwas Wissen. Basics:
- Decarboxylierung: Du musst das Gras erst bei 110–120°C backen, damit das THC aktiv wird.
- Mit Fett verbinden: THC löst sich in Fett – also in Butter oder Öl einlegen.
- Weiterverarbeiten: Kekse, Brownies oder Pasta – was immer du willst.
Problem: Dosierung ist schwer. Wenn du’s übertreibst, ist ein winziger Keks stärker als ein Coffeeshop-Spacecake.
Hier geht es zu unserem Blog zu Cannabis Decarboxylierung & hier zu Edibles selber machen
Wie bewahrt man Edibles sicher auf?
Weil sie oft aussehen wie normale Süßigkeiten, immer sicher verstauen! Besonders, wenn du Mitbewohner, Kinder oder Haustiere hast.👉 Am besten:
- Luftdicht verschlossen (hält sie frisch).
- Beschriftet (kein Verwechslungsdrama).
- Unerreichbar für andere (sicher ist sicher).
Welche Vorteile und Nachteile haben Edibles im Vergleich zum Rauchen?
Vorteile:
✔ Keine Lungenbelastung (kein Husten, keine Schadstoffe)
✔ Diskret (kein Rauch, kein Geruch)
✔ Lange & stabile Wirkung
Nachteile:
✖ Wirkung setzt spät ein (Geduld!)
✖ Schwierig zu dosieren
✖ Hält ewig an – nichts für spontane Aktionen
Sind Edibles das Richtige für dich?
Edibles haben sich nicht nur in der Freizeit, sondern auch in der Medizin als wichtige Cannabis-Anwendungsform etabliert. Sie bieten Patienten eine rauchfreie, langanhaltende Linderung und erweitern die Möglichkeiten der Cannabis-Therapie. Die aktuelle Forschungslage bestätigt bereits viele positive Erfahrungen, doch werden in den kommenden Jahren weitere Studien erwartet, um die therapeutischen Einsatzgebiete und Risiken von Edibles noch fundierter zu untermauern. Bis dahin gilt für medizinische Anwender: sorgfältig dosieren, in Absprache mit dem Arzt handeln und die Wirkung beobachten – dann können Cannabis-Edibles eine wertvolle Ergänzung im therapeutischen Arsenal sein.
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