Hast du bei deinen Cannabis-Pflanzen gelbe, ausgebleichte Blätter direkt unter der Lampe entdeckt? Das ist ein klassisches Anzeichen für Lichtstress, oft auch „Light Burn“ genannt. Ignoriert man das, kann es die Gesundheit deiner Pflanzen und am Ende auch deinen Ertrag ordentlich vermiesen.
Warnzeichen für Lichtstress bei deinen Pflanzen
Wenn deine Cannabis-Pflanzen zu viel Licht abbekommen, zeigen sie dir das ziemlich deutlich. Das Tückische daran: Die Symptome sehen oft aus wie Nährstoffmängel, was schnell zu falscher Behandlung und noch mehr Stress für die Pflanze führt. Deshalb ist es so wichtig, die Zeichen richtig zu deuten – das ist der erste Schritt zur Rettung deiner Ernte.

Die wichtigsten visuellen Hinweise
Schau dir die obersten Blätter an, die am nächsten zur Lampe sind. Das sind die ersten, die Probleme machen. Sie bleichen aus und bekommen eine ungesunde, hellgelbe bis fast weiße Farbe. Anders als bei einem Stickstoffmangel, wo die Vergilbung meist unten anfängt, bleiben bei Lichtstress die Blattadern oft noch eine Weile grün, während das Gewebe dazwischen vergilbt.
Ein weiteres klares Indiz ist die Blattform. Die Blattränder wölben sich nach oben, als wollten sie sich vor dem Licht schützen. Dieses Phänomen wird unter Growern oft als „Taco-Blätter“ bezeichnet. Es ist ein ganz natürlicher Abwehrmechanismus der Pflanze, um die dem Licht ausgesetzte Oberfläche zu verkleinern.
Zusätzlich können die Ränder und Spitzen trocken, brüchig und braun werden – fast so, als wären sie verbrannt. Das passiert, weil die intensive Lichtenergie in Kombination mit der Hitze das Blattgewebe regelrecht austrocknet.
Ein typischer Anfängerfehler: Lichtstress mit einem Nährstoffproblem verwechseln. Die Faustregel ist einfach: Sind nur die Blätter ganz oben betroffen und der Rest der Pflanze sieht vital aus, ist fast immer die Lampe schuld, nicht der Dünger.
Warum frühes Erkennen so entscheidend ist
Wenn du diese ersten Anzeichen ignorierst, eskaliert der Schaden schnell. Die gestressten Blätter können keine Photosynthese mehr betreiben, was das Wachstum der gesamten Pflanze ausbremst. Im schlimmsten Fall sterben die Blätter ab und machen deine Pflanze anfälliger für Schädlinge und Krankheiten.
Die Symptome richtig zu deuten, ist für jeden Grower essenziell – besonders, wenn du gerade erst anfängst. Ein gutes Verständnis für die Bedürfnisse deiner Pflanzen ist die beste Versicherung für eine erfolgreiche Ernte, wie du auch in unserem Leitfaden zum Thema Cannabis anbauen für Anfänger nachlesen kannst. Lerne, die Sprache deiner Pflanzen zu verstehen, und du schützt deine Investition und sicherst dir am Ende fette Buds.
Sofortmaßnahmen bei Lichtstress
Die Diagnose steht fest: Deine Pflanze zeigt deutliche Anzeichen von zu viel Licht. Jetzt ist keine Zeit für Experimente, sondern für schnelles und gezieltes Handeln. Die gute Nachricht: Wenn du jetzt die richtigen Hebel umlegst, kannst du den Stress sofort lindern und deiner Pflanze die Chance zur Erholung geben.
Der erste und wichtigste Schritt ist immer, die Lichtintensität runterzufahren. Klingt logisch, aber die Umsetzung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.
Lichtquelle anpassen
Wenn deine Lampe dimmbar ist, hast du es am einfachsten. Reduziere die Leistung sofort um 20–30 %. Das nimmt den direkten Druck von den oberen Blättern und verschafft der Pflanze eine dringend benötigte Atempause.
Falls du keinen Dimmer hast, musst du den Abstand vergrößern. Hänge die Lampe einfach höher, sodass mehr Platz zwischen der Lichtquelle und der höchsten Pflanzenspitze entsteht. Ein guter Richtwert ist, den Abstand um mindestens 15–20 cm zu vergrößern. Beobachte danach genau, wie deine Pflanze in den nächsten Stunden darauf reagiert.
- LED-Systeme: Moderne Full-Spectrum-LEDs sind extrem leistungsstark. Ein sicherer Abstand liegt oft zwischen 40 und 60 cm zur Pflanzenspitze, je nach Wattzahl und Hersteller.
- HPS-Lampen: Diese Biester erzeugen deutlich mehr Wärme. Hier solltest du je nach Leistung einen Abstand von 50 bis 80 cm einhalten, um zusätzlichen Hitzestress zu vermeiden, der den Lichtstress nur noch schlimmer macht.
Wichtig ist hierbei, nicht nur auf die bereits gestressten Blätter zu starren. Eine sofortige Anpassung verhindert, dass der Schaden sich weiter ausbreitet. Bereits beschädigte Blätter erholen sich zwar nicht mehr vollständig, aber die Pflanze kann ihre Energie stattdessen in neues, gesundes Wachstum stecken.
Klima optimieren und Hitzestau vermeiden
Lichtstress und Hitzestress gehen oft Hand in Hand. Eine hohe Lichtintensität erzeugt Wärme, die sich direkt unter der Lampe und zwischen den obersten Blättern staut. Deine zweite Priorität ist es daher, für eine bessere Luftzirkulation und Kühlung zu sorgen.
Stell sicher, dass deine Abluftanlage stark genug ist, um die heiße Luft effektiv aus dem Zelt zu ziehen. Ein kleiner, schwenkbarer Ventilator, der sanft über die Pflanzenspitzen bläst, kann hier Wunder wirken. Er bricht Hitzestaus auf und sorgt für einen gleichmäßigen Luftaustausch direkt an den Blättern. Die Temperatur im oberen Bereich deiner Pflanze sollte idealerweise unter 28 °C liegen.
Manchmal sind nur einzelne, besonders hochgewachsene Triebe betroffen. In solchen Fällen kann es helfen, diese sanft herunterzubinden (Low Stress Training), um sie aus der intensivsten Lichtzone zu befördern. Falls du bereits stark beschädigte, trockene Blätter hast, die kein grünes Gewebe mehr aufweisen, solltest du diese entfernen. Das verbessert die Belüftung und lenkt die Energie der Pflanze auf gesunde Teile um. Mehr dazu, wie du strategisch Blätter entfernst, findest du in unserem Guide zum Thema Cannabis Pflanzen schneiden.
Hier ist eine schnelle Übersicht, damit du im Notfall nicht lange überlegen musst:
Überblick der sofortmaßnahmen bei lichtstress
Eine schnelle Checkliste der wichtigsten Aktionen, um deine Pflanzen bei akutem Lichtstress zu retten, sortiert nach Wirksamkeit.
| Maßnahme | Wirkungsweise | Praktische umsetzung |
|---|---|---|
| Licht dimmen | Reduziert sofort die Lichtintensität (PPFD) und entlastet die Photosynthese. | Dimmer um 20–30 % herunterregeln. Einfachste und schnellste Methode. |
| Abstand vergrößern | Verringert die Lichtintensität an den Pflanzenspitzen durch das Abstandsgesetz. | Lampe um 15–20 cm höher hängen. Alternative, wenn kein Dimmer vorhanden ist. |
| Ventilation verbessern | Kühlt die Blattoberfläche und verhindert Hitzestaus unter der Lampe. | Umluftventilator auf die Pflanzenspitzen richten (nicht direkt draufblasen lassen). |
| Abluft prüfen | Zieht heiße Luft aktiv aus dem Grow-Raum und senkt die Gesamttemperatur. | Sicherstellen, dass die Abluftanlage stark genug für die Raumgröße und Lampenleistung ist. |
| Triebe herunterbinden | Bringt zu hoch gewachsene Pflanzenteile aus der intensiven Lichtzone. | Low Stress Training (LST) anwenden, um die Höhe des Baldachins auszugleichen. |
| Beschädigte Blätter entfernen | Verbessert die Luftzirkulation und fokussiert die Pflanzenenergie auf gesundes Wachstum. | Nur stark vertrocknete, „tote“ Blätter abschneiden, die kein grünes Gewebe mehr haben. |
Mit diesen Schritten hast du die Lage schnell unter Kontrolle. Gib deiner Pflanze danach ein paar Tage Zeit, sich zu erholen, und beobachte das neue Wachstum genau. So lernst du am besten, was deine Pflanzen wirklich brauchen.
Die idealen Lichtwerte für jede Wachstumsphase
Der beste Schutz vor Lichtstress? Ihn gar nicht erst entstehen lassen. Das Geheimnis liegt darin, zu verstehen, wie viel Licht deine Pflanzen in den verschiedenen Lebensphasen wirklich brauchen – und vor allem auch vertragen. Statt die Lampe einfach auf volle Pulle zu drehen, geht es hier um präzise Steuerung.
Zwei Begriffe sind dabei dein Kompass: PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density) und DLI (Daily Light Integral). Klingt kompliziert, ist es aber nicht. PPFD misst, wie viele Lichtteilchen pro Sekunde auf einer bestimmten Fläche landen (Einheit: µmol/m²/s). Das DLI beschreibt die gesamte Lichtmenge, die eine Pflanze über 24 Stunden tankt.
Die richtigen Werte für jede Phase
Jede Wachstumsphase hat andere Ansprüche. Ein junger Sämling würde unter derselben Lichtintensität verbrennen, die eine Pflanze in der späten Blüte für massive Buds benötigt. Logisch, oder?
Hier sind bewährte Richtwerte aus der Praxis, an denen du dich orientieren kannst:
- Sämlinge & Klone: In dieser ultra-sensiblen Phase brauchen die Kleinen nur ganz sanftes Licht. Starte mit 100–300 PPFD. Mehr würde die zarten Pflänzchen komplett überfordern.
- Wachstumsphase (Vegetation): Jetzt wird das Fundament für eine fette Ernte gelegt. Die Pflanzen brauchen deutlich mehr Energie und können 300–600 PPFD locker verarbeiten, um kräftige Stämme und sattes Blattwerk zu entwickeln.
- Blütephase: Hier ist der Energiebedarf am höchsten. Fang mit 600 PPFD an und taste dich langsam hoch. In der Hochblüte kannst du bis auf maximal 1000 PPFD gehen, um die Harzproduktion richtig anzukurbeln.
Kleiner Tipp aus Erfahrung: Die Genetik deiner Pflanze spielt eine riesige Rolle. Manche Sorten sind echte Sonnenanbeter, andere sind sensibler. Beginne immer am unteren Ende der Empfehlungen und schau dir genau an, wie deine Pflanzen reagieren, bevor du die Leistung hochfährst.
Abstand und Intensität richtig einstellen
Sehen deine Blätter aus wie nach oben gebogene Tacos? Das ist das klassische Alarmsignal für Lichtstress, gerade bei modernen LEDs, die oft zu nah hängen. Die Faustregel bei starken Full-Spectrum-LEDs lautet: Ein Abstand von 40–60 cm ist meistens ideal, um die Intensität unter der kritischen Marke von 1000 µmol/m²/s zu halten und das gefürchtete Ausbleichen der Buds zu verhindern. Ein PAR-Messgerät ist hier zwar eine Investition, aber eine, die sich wirklich auszahlt. Mehr zu den Hintergründen findest du bei den Profis von t-ehle.de.
Falls es doch mal zu viel des Guten war, fasst diese Infografik die wichtigsten Notfallmaßnahmen zusammen.

Man sieht sofort: Die direkte Reduzierung der Lichtintensität durch mehr Abstand und das Senken der Temperatur sind die schnellsten und effektivsten Hebel, um den Stress sofort zu lindern.
Ein professionelles Lichtmanagement ist der Schlüssel zu gesunden Pflanzen und maximalen Erträgen. Indem du die Lichtwerte clever an die jeweilige Phase anpasst, holst du das volle Potenzial aus deinen Pflanzen raus, ohne sie zu grillen. Das wird besonders wichtig, wenn du mit modernen Genetiken arbeitest, wie wir sie in unserem Ausblick auf die besten Cannabis-Sorten 2025 vorstellen.
Warum absolute Dunkelheit in der Nachtphase über Sieg oder Niederlage entscheidet
Klar, fette Lampen sind wichtig. Aber der wahre Gamechanger, der oft übersehen wird, ist die Nacht. Eine absolut ungestörte Dunkelphase ist für deine Cannabis-Pflanze kein Luxus, sondern überlebenswichtig. Sie steuert den gesamten Lebenszyklus und vor allem den kritischen Moment, in dem die Blüte eingeleitet wird.
Die größte Gefahr lauert dabei oft im Verborgenen: Störlicht. Selbst winzige Lichtquellen können den empfindlichen Rhythmus deiner Pflanze komplett über den Haufen werfen. Für sie ist das purer Stress, weil sie nicht mehr zwischen Tag und Nacht unterscheiden kann – ihr Hormonhaushalt gerät völlig aus dem Takt.
Die größte Gefahr bei Lichtlecks: Zwitterblüten
Die bitterste Konsequenz von Lichtstress in der Dunkelphase ist die Bildung von Zwitterblüten, unter Growern auch als „Hermies“ gefürchtet. In diesem Stressmodus schaltet die Pflanze auf Notfallprogramm um und versucht, sich selbst zu bestäuben, um ihre Genetik zu retten. Das Ergebnis? Buds voller Samen, die an Qualität und Potenz drastisch verlieren.
Du kannst dir kaum vorstellen, wie empfindlich Cannabis in dieser Phase ist. Schon eine winzige Lichtmenge von 0,01 µmol/m²/s kann den Blütezyklus stören. Das ist 90.000-mal weniger Licht als in der Hochblüte! Studien belegen, dass solche Lichtunterbrechungen die Bildung männlicher Blüten fördern und den Ertrag um bis zu 50 % drücken können. Mehr zur extremen Lichtempfindlichkeit von Cannabis in der Dunkelphase kannst du auf migrolight.de nachlesen.
Wer schon mal eine mühsam hochgezogene Ernte voller Samen hatte, weiß, wie frustrierend das ist. Meistens ist es kein Pech, sondern diese eine übersehene rote LED an der Steckdosenleiste oder der Reißverschluss am Zelt, der nicht ganz dicht war.
So machst du dein Grow-Zelt 100 % dicht
Nimm dir die Zeit für einen gründlichen Check – das ist keine Option, sondern ein absolutes Muss für hochwertige, samenfreie Blüten.
- Der Praxistest: Setz dich bei eingeschalteter Raumbeleuchtung für ein paar Minuten in dein geschlossenes Grow-Zelt. Gib deinen Augen einen Moment, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Siehst du irgendwo auch nur den kleinsten Lichtschimmer durchdringen?
- Typische Schwachstellen: Kontrolliere akribisch die Reißverschlüsse, alle Nähte, die Lüftungsklappen und die Kabeldurchführungen. Jeder noch so kleine Lichtstrahl ist einer zu viel.
- Versteckte Störenfriede: Denk auch an die kleinen LEDs von Geräten im Zelt – Steckdosenleisten, Ventilatoren oder Luftentfeuchter sind klassische Kandidaten. Ein kleines Stück schwarzes Klebeband wirkt hier Wunder.
Absolute Dunkelheit ist die Grundlage für eine stressfreie und erfolgreiche Blüte. Sie sichert nicht nur potente Buds, sondern hat auch einen riesigen Einfluss auf die Bildung der aromatischen Verbindungen. Ein tieferes Verständnis über die Wirkung von Cannabis-Terpenen zeigt, wie entscheidend ein störungsfreier Pflanzenzyklus für das Endprodukt ist. Indem du jedes noch so kleine Lichtleck eliminierst, schützt du nicht nur deinen Ertrag, sondern auch das komplexe Aroma- und Wirkungsprofil deiner Ernte.
Typische fehler beim lichtmanagement vermeiden
Jeder Grower kennt das: Man steckt Zeit, Energie und Leidenschaft in seine Pflanzen, doch plötzlich läuft etwas aus dem Ruder. Gerade beim Lichtmanagement lauern ein paar klassische Fallstricke, die selbst erfahrenen Gärtnern unterlaufen. Aber keine Sorge – die häufigsten Fehler sind zum Glück leicht zu vermeiden, wenn man sie erst einmal kennt.

Der absolute Klassiker ist, den Lampenabstand nach einem Wachstumsschub einfach zu vergessen. Deine Pflanzen können in der vegetativen Phase förmlich explodieren und über Nacht viel zu nah an die heiße Lampe heranwachsen. Das Ergebnis ist dann oft der gefürchtete Lichtstress, der die obersten Blätter regelrecht verbrennt.
Ein weiterer typischer Fauxpas ist Ungeduld. Viele Grower drehen ihre neuen, leistungsstarken LED-Lampen direkt auf 100 %, um sofort das Maximum herauszuholen. Das ist aber, als würde man einen zarten Sämling mit einem Feuerwehrschlauch gießen – einfach viel zu viel des Guten. Fang immer mit einer niedrigeren Intensität an und taste dich langsam an die optimalen Werte für die jeweilige Wachstumsphase heran.
Szenarien aus der praxis und ihre lösungen
Was aber, wenn die Probleme schon da sind? Hier sind ein paar konkrete Lösungsansätze für häufige Situationen aus dem Grow-Alltag, damit du schnell und richtig reagieren kannst.
-
Szenario: Nur eine einzige Pflanze zeigt Stresssymptome, der Rest sieht top aus.
- Analyse: Meistens ist genau diese Pflanze einfach schneller gewachsen als ihre Nachbarn. Sie ragt jetzt in die „heiße Zone“ direkt unter der Lampe und bekommt die volle Dröhnung ab.
- Lösung: Häng nicht gleich die ganze Lampe höher, denn das würde die anderen Pflanzen unterversorgen. Nutze stattdessen Low Stress Training (LST). Binde den zu hohen Trieb sanft zur Seite, sodass er wieder auf einer Höhe mit dem restlichen Blätterdach ist. Problem gelöst.
-
Szenario: Es staut sich spürbar Hitze im oberen Bereich des Zeltes, direkt unter der Lampe.
- Analyse: Oft ist die Abluft zu schwach oder es fehlt ein Umluftventilator, der die Luftschichten durchmischt. Heiße Luft sammelt sich direkt unter dem Leuchtmittel und verstärkt den Lichtstress massiv.
- Lösung: Ein kleiner Schwenkventilator wirkt hier Wunder. Positioniere ihn so, dass er die Luftschicht zwischen Lampe und Pflanzenspitzen sanft in Bewegung hält. Das bricht Hitzestaus auf und verbessert das Mikroklima sofort.
Ein Punkt, der oft übersehen wird, ist die Genetik. Nicht jede Sorte reagiert gleich auf intensives Licht. Während eine Pflanze unter 1000 PPFD förmlich aufblüht, kann eine andere schon erste Anzeichen von Stress zeigen. Behalte jede Pflanze individuell im Auge.
Der „set-and-forget“-fehler
Viele Grower stellen ihren Timer und Dimmer einmal ein und lassen dann alles laufen. Das ist ein fataler Trugschluss, denn die Bedürfnisse deiner Pflanzen ändern sich mit jeder Woche. Eine regelmäßige, schnelle Kontrolle ist das A und O, um Problemen einen Schritt voraus zu sein.
Mach einen wöchentlichen Check-up zur Routine:
- Abstand messen: Check den Abstand von der Lampe zur höchsten Pflanzenspitze. Korrigiere ihn bei Bedarf sofort.
- Temperatur checken: Miss die Temperatur auf Höhe des Blätterdachs. Liegt sie konstant über 28 °C, musst du für mehr Kühlung sorgen.
- Blätter inspizieren: Schau dir die obersten Blätter ganz genau an. Erkennst du erste Anzeichen von Verfärbungen oder nach oben gewölbten Rändern?
Indem du diese simplen, aber entscheidenden Fehler vermeidest, legst du den Grundstein für gesunde, stressfreie Pflanzen, die ihr volles Potenzial entfalten. Ein tieferes Verständnis für die verschiedenen Cannabis-Typen kann dir dabei helfen, die Lichtbedürfnisse noch besser einzuschätzen. Wenn du mehr über die Unterschiede erfahren möchtest, schau dir unseren Artikel über die Cannabis Sativa Hanf-Pflanze an.
Was du dich bestimmt auch schon gefragt hast: FAQ zu Lichtstress
Selbst mit dem besten Guide im Kopf tauchen in der Praxis oft die gleichen Fragen auf. Kein Problem, dafür sind wir ja da. Hier sind die häufigsten Unsicherheiten, die uns Grower zum Thema „zu viel Licht“ immer wieder schildern – kurz und auf den Punkt gebracht, damit du schnell wieder durchatmen kannst.
Können sich von Lichtstress betroffene Blätter wieder erholen?
Ein klares Jein. Blätter, die schon richtig ausgeblichen, gelb oder gar knusprig braun sind, haben ihren Dienst getan. Ihr Chlorophyll ist nachhaltig geschädigt, die Zellstruktur hinüber. Die werden nicht mehr grün.
Die gute Nachricht ist aber: Die Pflanze selbst steckt das locker weg! Sobald du das Licht korrigiert hast, pumpt sie ihre ganze Energie in frisches, gesundes Wachstum. Sieh die kaputten Blätter einfach als Warnschuss, den du gehört und verstanden hast.
Pro-Tipp: Blätter, die zu mehr als 50 % hinüber sind, kannst du getrost entfernen. Sie ziehen mehr Energie, als sie durch Photosynthese reinholen, und behindern nur die Luftzirkulation. So gibst du deiner Pflanze den Freiraum, sich auf die gesunden Triebe zu konzentrieren.
Ist mehr Licht in der Blütephase nicht immer besser?
Das ist einer der hartnäckigsten Mythen im Grow-Game. Klar, in der Blüte steigt der Appetit auf Licht, aber es gibt eine ganz klare Obergrenze. Alles, was über 1000–1200 PPFD hinausgeht (ohne dass du zusätzlich CO₂ einspeist), überfordert die Pflanze. Sie kann die Energie nicht mehr verarbeiten, und der Stress beginnt.
Statt die Lampe einfach auf volle Pulle zu drehen, ist es viel cleverer, das Licht smart zu verteilen. Dein Ziel sollte ein gleichmäßiges Blätterdach sein, bei dem auch die unteren Blüten genug Power abbekommen, ohne dass du die oberen Spitzen röstest. Qualität vor stumpfer Quantität.
Wie schnell merke ich was, wenn ich das Licht reduziere?
Extrem schnell. In dem Moment, in dem du die Lampe dimmst oder höher hängst, ist der Spuk vorbei. Der weitere Schaden an den Blättern stoppt quasi sofort. Du siehst förmlich, wie die Pflanze aufhört, sich gegen das Licht zu wehren (zum Beispiel durch das typische Aufwölben der Blätter).
Innerhalb von 24 bis 48 Stunden kannst du sicher sein, dass sich der Zustand nicht weiter verschlechtert. Neues Wachstum sollte schon nach wenigen Tagen wieder sattgrün und vital aussehen. Gib deiner Lady rund eine Woche, um sich komplett zu fangen, bevor du darüber nachdenkst, die Intensität wieder vorsichtig zu steigern.
Kann Lichtstress auch draußen unter der echten Sonne passieren?
Ja, absolut, auch wenn es seltener vorkommt. Das klassische Szenario: Eine junge Pflanze, die gemütlich drinnen vorgezogen wurde, wird ohne Vorwarnung in die pralle Mittagssonne geknallt. Sie hatte null Zeit, sich an die harte UV-Strahlung zu gewöhnen – das ist wie ein Sonnenbrand bei uns.
- So geht’s richtig: Gewöhne deine Pflanzen langsam an die große, weite Welt. Stell sie in den ersten Tagen nur für ein paar Stunden morgens oder am späten Nachmittag raus. Über eine Woche steigerst du die Dosis dann langsam.
- Achtung, Hitzewelle: Bei brutalen Temperaturen über 35 °C kann selbst die robusteste Outdoor-Pflanze an ihre Grenzen kommen. Ein einfaches Sonnensegel oder das Verschieben der Töpfe in den Halbschatten kann hier schon Wunder wirken.
Mit diesen Antworten im Gepäck bist du für die häufigsten Stolperfallen rund um das Thema Lichtstress bestens gewappnet. Je besser du die Signale deiner Pflanzen verstehst, desto entspannter wird dein Grow.
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