Cannabis Terpene Wirkung: Die 8 wichtigsten Terpene und was sie bewirken

Wer Cannabis nur nach THC- oder CBD-Gehalt auswählt, ignoriert die halbe Pflanze. Terpene – die aromatischen Verbindungen, die für Geschmack und Geruch verantwortlich sind – beeinflussen das Erlebnis genauso stark wie Cannabinoide. Über 200 verschiedene Terpene wurden in Cannabis identifiziert. Acht davon tauchen in fast jeder Sorte auf und bestimmen maßgeblich, wie sich eine Blüte anfühlt.

Dieser Guide erklärt jedes dieser acht Terpene: Wie es riecht, wo es sonst in der Natur vorkommt, welche Eigenschaften die Forschung dokumentiert hat – und warum das Zusammenspiel aller Pflanzenstoffe mehr bewirkt als jeder Einzelstoff allein.


Was sind Terpene überhaupt?

Terpene sind organische Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Pflanzen produzieren sie als Schutz gegen Fressfeinde, zur Anlockung von Bestäubern und als UV-Filter. In Cannabis sitzen sie hauptsächlich in den Trichomen – den harzigen Drüsen auf der Blütenoberfläche.

Der Unterschied zu Cannabinoiden: Terpene sind nicht cannabis-exklusiv. Limonen steckt in Zitronenschalen. Linalool dominiert Lavendelöl. Pinen macht den Waldspaziergang zum Erlebnis. Cannabis nutzt dieselben Bausteine wie hunderte andere Pflanzen – nur in einer einzigartigen Kombination.

Terpene sind flüchtig. Sie verdampfen bei niedrigeren Temperaturen als Cannabinoide. Myrcen verflüchtigt sich ab etwa 167 °C, Limonen ab 176 °C. Deshalb riechen frische Blüten intensiver als alte – und deshalb zählt richtige Lagerung.

Warum Terpene für die Wirkung entscheidend sind

Lange galt: THC macht high, CBD beruhigt, fertig. Die Realität ist komplexer. Zwei Sorten mit identischem THC-Gehalt können sich komplett unterschiedlich anfühlen. Der Grund? Ihr Terpenprofil.

Terpene interagieren mit denselben Rezeptorsystemen wie Cannabinoide. β-Caryophyllen bindet direkt an CB2-Rezeptoren. Myrcen beeinflusst die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke. Linalool moduliert Glutamat- und GABA-Systeme. Das sind keine subtilen Nuancen – das sind handfeste biochemische Mechanismen.

Eine Studie der University of Arizona (2021) zeigte: Patienten bewerteten die Wirkung von Cannabis stärker anhand des Terpenprofils als anhand des THC-Gehalts. Wer Terpene versteht, trifft bessere Entscheidungen bei der Sortenwahl.


Die 8 wichtigsten Cannabis-Terpene im Detail

1. Myrcen – Das Fundament

Aroma: Erdig, moschusartig, leicht fruchtig – wie überreife Mangos auf feuchtem Waldboden.
Auch enthalten in: Mango, Hopfen, Lorbeer, Thymian
Siedepunkt: 167 °C

Myrcen ist das häufigste Terpen in Cannabis. In vielen Sorten macht es über 50 % des gesamten Terpenprofils aus. Es gilt als Schlüssel zum sogenannten „Couch-Lock" – dem tiefen körperlichen Entspannungsgefühl, das manche Indica-Sorten auslösen.

Die Forschung zeigt: Myrcen hat muskelentspannende und sedierende Eigenschaften. Eine brasilianische Studie dokumentierte, dass Myrcen die Schlafdauer bei Mäusen um bis zu 260 % verlängerte. Beim Menschen sind die Effekte weniger drastisch, aber die Richtung stimmt. Sorten mit hohem Myrcen-Anteil (über 0,5 %) werden typischerweise als körperbetont und beruhigend beschrieben.

Übrigens: Der Mango-Trick, den manche schwören – vor dem Konsum eine Mango essen – basiert auf der Idee, dass das Myrcen aus der Frucht die Aufnahme von Cannabinoiden verstärkt. Wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, aber biochemisch plausibel.

2. Limonen – Der Stimmungsmacher

Aroma: Frische Zitrusschale, Orange, Grapefruit
Auch enthalten in: Zitronenschale, Orangenschale, Wacholder, Pfefferminze
Siedepunkt: 176 °C

Limonen ist das zweithäufigste Terpen in vielen Cannabis-Sorten. Es ist auch eines der am besten erforschten. In der Aromatherapie wird Zitrusöl seit Jahrzehnten gegen Stimmungstiefs eingesetzt – und die Wissenschaft gibt dem Recht.

Eine japanische Studie aus 2005 zeigte, dass Limonen-Inhalation Stresshormone messbar senkte und die Aktivität des Immunsystems steigerte. In Mausmodellen reduzierte Limonen angstähnliches Verhalten – vergleichbar mit niedrig dosiertem Diazepam, allerdings ohne die Nebenwirkungen.

Sorten mit dominantem Limonen-Profil werden oft als energetisch und klar beschrieben. Kein Zufall: Limonen erhöht die Serotonin-Produktion im präfrontalen Kortex. Wer sich eine aufmunternde, soziale Erfahrung wünscht, sollte nach Zitrusnoten Ausschau halten.

Bonus: Limonen verbessert auch die Bioverfügbarkeit anderer Terpene und Cannabinoide durch die Haut und Schleimhäute.

Lavendelblüten – natürliche Quelle des Terpens Linalool

3. Linalool – Die Ruhe selbst

Aroma: Blumig, lavendelig, mit einem Hauch Gewürz
Auch enthalten in: Lavendel, Birke, Rosenholz, Koriander
Siedepunkt: 198 °C

Jeder, der schon mal Lavendelöl auf das Kopfkissen geträufelt hat, kennt Linalool – auch ohne den Namen zu kennen. Es ist der Hauptbestandteil von Lavendelöl und verantwortlich für dessen beruhigende Wirkung.

Die Datenlage ist solide. Linalool zeigt in Studien angstlösende, antidepressive und antikonvulsive Eigenschaften. Es moduliert die Glutamat- und GABA-Neurotransmission – die beiden wichtigsten erregenden und hemmenden Systeme im Gehirn. Eine koreanische Studie (2009) dokumentierte, dass Linalool-Inhalation Stressmarker im Blut signifikant reduzierte.

In Cannabis kommt Linalool seltener als Myrcen oder Limonen vor – typischerweise unter 1 % des Terpenprofils. Sorten mit spürbarem Linalool-Anteil wie Lavender oder Amnesia Haze fallen durch ihr blumiges Aroma auf. Sie werden häufig als sanft entspannend beschrieben, ohne schwer zu machen.

Pfefferkörner und Rosmarin – Quellen für Beta-Caryophyllen und Alpha-Pinen

4. β-Caryophyllen – Das Chamäleon

Aroma: Würzig, pfeffrig, holzig – wie frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Auch enthalten in: Schwarzer Pfeffer, Nelken, Zimt, Oregano
Siedepunkt: 130 °C

β-Caryophyllen ist einzigartig. Es ist das einzige bekannte Terpen, das direkt an Cannabinoid-Rezeptoren bindet – konkret an den CB2-Rezeptor. Damit verschwimmt die Grenze zwischen Terpen und Cannabinoid. Die FDA stuft es als „Generally Recognized as Safe" (GRAS) ein, es wird als Lebensmittelzusatz verwendet.

Der CB2-Rezeptor sitzt hauptsächlich im Immunsystem und in peripheren Organen. Aktivierung dieses Rezeptors ist mit entzündungshemmenden Effekten verbunden – ohne psychoaktive Nebenwirkungen, denn CB2 sitzt nicht im Gehirn. Studien an der ETH Zürich zeigten, dass β-Caryophyllen entzündliche Schmerzen bei Mäusen um bis zu 50 % reduzierte.

Praktisch heißt das: Sorten mit viel β-Caryophyllen – erkennbar am pfeffrigen Geschmack – könnten bei körperlichen Beschwerden relevanter sein als Sorten, die einfach nur viel THC haben. Girl Scout Cookies, OG Kush und Chemdawg sind typische Vertreter.

5. α-Pinen – Der Klarheit-Booster

Aroma: Frisch, harzig, Kiefernnadeln – Waldluft in konzentriert
Auch enthalten in: Kiefern, Rosmarin, Basilikum, Dill
Siedepunkt: 155 °C

α-Pinen ist das am häufigsten vorkommende Terpen in der Natur. Nicht nur in Cannabis – auf dem gesamten Planeten. Nadelbäume produzieren es in riesigen Mengen. Die blauen Dunstschleier über Wäldern? Pinen.

Für Cannabis-Nutzer ist Pinen aus zwei Gründen interessant. Erstens: Es hat bronchodilatierende Eigenschaften – es erweitert die Atemwege. Das hat Konsequenzen für die Aufnahme beim Inhalieren. Zweitens: Pinen scheint dem Kurzzeitgedächtnisverlust entgegenzuwirken, der manchmal mit THC einhergeht. Der Mechanismus: Pinen hemmt Acetylcholinesterase, ein Enzym, das den Neurotransmitter Acetylcholin abbaut. Mehr Acetylcholin bedeutet bessere Gedächtnisleistung.

Sorten mit starkem Pinen-Profil – Jack Herer, Blue Dream, Snoop's Dream – werden oft als mental anregend und fokusfördernd beschrieben. Wer Cannabis ohne geistigen Nebel nutzen will, liegt mit Pinen-dominanten Sorten richtig.

6. Terpinolen – Der Underdog

Aroma: Komplex – kräuterig, blumig, leicht zitronig, mit Holznote
Auch enthalten in: Teebaum, Muskatnuss, Äpfel, Flieder
Siedepunkt: 186 °C

Terpinolen ist das seltenste der acht Hauptterpene. In den meisten Sorten kommt es nur in Spuren vor. Wenn es aber dominant auftritt, fällt das auf. Sorten wie Jack the Ripper, Golden Pineapple oder Dutch Treat haben ein unverwechselbar kräutrig-blumiges Profil.

Die Forschung zu Terpinolen ist dünner als bei Myrcen oder Limonen, aber vielversprechend. Studien zeigen antioxidative und leicht sedierende Eigenschaften. Eine Studie aus 2013 im Journal of Natural Medicines fand heraus, dass Terpinolen das Wachstum bestimmter Krebszelllinien hemmen konnte – in vitro, wohlgemerkt, nicht am Menschen.

In der Praxis: Terpinolen-dominante Sorten werden oft als träumerisch und leicht sedierend beschrieben, aber weniger „schwer" als myrcenreiche Sorten. Ein sanftes Hinübergleiten statt eines abrupten Knock-outs.

7. Humulen – Der Appetitzügler

Aroma: Erdig, holzig, würzig – wie Hopfen riecht das nicht zufällig
Auch enthalten in: Hopfen, Salbei, Ginseng, Koriander
Siedepunkt: 106 °C

Humulen ist der Zwilling von β-Caryophyllen – chemisch eng verwandt, aber mit anderen Eigenschaften. Beide kommen oft zusammen in denselben Sorten vor. Der spannendste Aspekt von Humulen: Es unterdrückt den Appetit.

Das klingt paradox. Cannabis ist bekannt für Heißhungerattacken. Aber nicht alle Sorten lösen „Munchies" aus. Der Grund: Die Terpene. Sorten mit hohem Humulen-Anteil können den appetitsteigernden Effekt von THC abschwächen. Studien zeigen, dass Humulen die Produktion von Sättigungshormonen beeinflusst.

Darüber hinaus dokumentiert die Forschung entzündungshemmende Eigenschaften, vergleichbar mit Dexamethason – einem starken synthetischen Entzündungshemmer. Humulen erreichte in Mausmodellen ähnliche Werte bei der Reduktion von Entzündungsmarkern. Ohne die Nebenwirkungen eines Steroids.

8. Ocimen – Der Stille Beschützer

Aroma: Süß, kräuterig, holzig – erinnert an frisches Basilikum und Orchideen
Auch enthalten in: Basilikum, Mango, Orchideen, Petersilie
Siedepunkt: 100 °C

Ocimen gehört zu den am wenigsten beachteten Cannabis-Terpenen. Zu Unrecht. In der Pflanze dient es als natürliches Insektizid – Blattläuse und andere Schädlinge meiden Ocimen-produzierende Pflanzen.

Für den Menschen relevanter: Ocimen zeigt in Studien antivirale und antifungale Eigenschaften. Eine brasilianische Studie (2014) untersuchte ätherische Öle mit hohem Ocimen-Anteil und fand signifikante Hemmung verschiedener Viren und Pilze. Außerdem wirkt es abschwellend und könnte bei Atemwegsbeschwerden unterstützend wirken.

In Cannabis ist Ocimen selten dominant. Es tritt eher als Begleitterpen auf und rundet das Gesamtprofil ab. Sorten wie Strawberry Cough, Clementine oder Golden Goat enthalten nennenswerte Mengen. Der süß-kräuterige Geschmack ist unverwechselbar.


Der Entourage-Effekt: Warum das Ganze mehr ist als die Summe der Teile

1998 prägte der israelische Cannabisforscher Raphael Mechoulam den Begriff „Entourage-Effekt". Die Idee: Cannabinoide, Terpene und Flavonoide in Cannabis wirken zusammen stärker als isoliert.

Ein Beispiel macht es greifbar. Reines THC-Isolat erzeugt ein relativ eindimensionales High – oft begleitet von Angst und Paranoia. Dieselbe THC-Dosis in einer Vollspektrum-Blüte, umgeben von Linalool, Myrcen und β-Caryophyllen, fühlt sich anders an. Ruhiger. Runder. Vollständiger.

Dr. Ethan Russo, einer der führenden Cannabinoid-Forscher, veröffentlichte 2011 eine bahnbrechende Arbeit im British Journal of Pharmacology. Sein Fazit: Terpene modulieren die Wirkung von THC auf klinisch relevante Weise. Limonen + CBD zeigten verstärkte angstlösende Effekte. Pinen + THC reduzierten Gedächtnisprobleme. Myrcen + THC verstärkten sedierende Eigenschaften.

Der Entourage-Effekt erklärt auch, warum Vollspektrum-Extrakte in klinischen Studien oft besser abschneiden als isolierte Cannabinoide. Eine Studie der Hebrew University Jerusalem zeigte: Vollspektrum-CBD-Extrakt war bei Entzündungen 4x wirksamer als reines CBD-Isolat. Vier mal. Nicht ein bisschen besser – massiv besser.

Für die Praxis bedeutet das: Wer gezielt bestimmte Effekte sucht, sollte nicht nur auf THC- oder CBD-Werte schauen, sondern das komplette Terpenprofil einer Sorte berücksichtigen. Die Nase ist dabei der beste erste Indikator.


Welches Terpen für welche Situation?

Nicht jede Situation verlangt dasselbe Terpenprofil. Hier eine Orientierung, welche Terpene zu welchem Anlass passen:

Situation Ideale Terpene Warum?
Feierabend & Entspannung Myrcen Muskelentspannung, körperliche Ruhe, Abschalten vom Tag
Kreativ arbeiten α-Pinen Mentale Klarheit, Fokus, kein Gedächtnisnebel
Social Events Limonen Stimmung heben, Energie, Gesprächigkeit
Schlafen Linalool + Myrcen Doppelte Beruhigung, Angstlösung plus Sedierung
Fokus & Produktivität α-Pinen + Terpinolen Bronchodilatation + sanfte Konzentration ohne Schwere
Sport & Regeneration β-Caryophyllen + Humulen Entzündungshemmung ohne Appetitanregung

Terpene in Happyflower-Produkten

Terpene bestimmen nicht nur bei Blüten das Erlebnis. Sie spielen in jeder Produktkategorie eine Rolle:

Blüten

Hier liegt der volle Terpenreichtum. Unverarbeitete Blüten enthalten das komplette Spektrum – vorausgesetzt, sie wurden richtig getrocknet und gelagert. Jede Sorte hat ein einzigartiges Terpenprofil. Eine OG Kush bringt andere Terpene mit als eine Amnesia Haze. → Cannabis Blüten bei Happyflower

Hasch

Konzentriertes Harz bedeutet konzentrierte Terpene. Handgeriebenes Hasch bewahrt das ursprüngliche Profil besser als maschinell verarbeitetes. Bubble Hash, das mit Eiswasser extrahiert wird, gilt als besonders terpenreich, weil der Prozess ohne Hitze auskommt. → Hasch bei Happyflower

Vapes

Vaporizer erhitzen Cannabis unter den Verbrennungspunkt. Das schont Terpene und ermöglicht gezieltes Temperatur-Stepping: Bei 160 °C verdampfen andere Terpene als bei 200 °C. Wer zuerst Pinen (155 °C) und dann Linalool (198 °C) freisetzen will, dreht einfach die Temperatur hoch. → Cannabis Vapes bei Happyflower

Edibles

Bei Edibles gehen viele Terpene durch die Verarbeitung verloren – Hitze beim Backen, Kochen oder Extrahieren verflüchtigt sie. Hochwertige Edibles setzen deshalb auf niedrige Verarbeitungstemperaturen oder fügen Terpene nach dem Herstellungsprozess wieder hinzu. → Edibles bei Happyflower

Moonrocks

Moonrocks – Blüten, die in Öl getaucht und mit Kief bestreut werden – sind Terpen-Bomben. Die dreifache Schicht (Blüte + Konzentrat + Trichome) ergibt ein extrem dichtes Terpenprofil. Hier bekommt man den Entourage-Effekt in seiner intensivsten Form. → Moonrocks bei Happyflower


Terpene richtig lagern: So bleibt das Profil erhalten

Terpene sind flüchtig. Wörtlich. Sie verdampfen bei Raumtemperatur, oxidieren bei Lichtkontakt und zersetzen sich durch Wärme. Wer seine Blüten drei Wochen offen auf dem Schreibtisch liegen lässt, hat am Ende THC-haltiges Heu.

Fünf Regeln für maximale Terpen-Erhaltung:

  1. Glas statt Plastik. Plastikbeutel laden sich elektrostatisch auf und ziehen Trichome von der Blüte. Glas ist inert und geruchsdicht. Mason Jars oder Apothekerflaschen sind ideal.
  2. Dunkel lagern. UV-Licht zersetzt Terpene und Cannabinoide. Braunes oder violettes Glas filtert schädliche Wellenlängen. Alternativ: undurchsichtiger Behälter oder dunkler Schrank.
  3. Kühl halten. Zwischen 15 und 21 °C ist optimal. Nicht im Kühlschrank – die Feuchtigkeit ist zu hoch. Nicht neben der Heizung – die Wärme verdampft Terpene.
  4. Luftdicht verschließen. Jedes Mal, wenn der Behälter geöffnet wird, entweichen Terpene. Den Deckel nicht länger als nötig offen lassen. Vakuumdosen sind die Königsklasse.
  5. Nicht zerbröseln vor der Lagerung. Zerkleinerte Blüten haben mehr Oberfläche = schnellerer Terpen-Verlust. Erst kurz vor der Verwendung grinden.

Richtig gelagert behalten Blüten ihr Terpenprofil über Monate. Falsch gelagert verlieren sie innerhalb von zwei bis drei Wochen den Großteil ihrer Aromastoffe.


Rechtliche Einordnung: NpSG und Cannabis-Terpene

Terpene selbst fallen nicht unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG). Sie sind legale, natürlich vorkommende Substanzen, die in Lebensmitteln, Kosmetik und Aromatherapie frei verkauft werden. Limonen-Kapseln, Linalool-Duftöle, Pinene-Sprays – alles legal.

Relevant wird das NpSG bei den Cannabinoiden, mit denen Terpene in der Pflanze kombiniert sind. Die gesetzliche Lage rund um Cannabis und neue psychoaktive Stoffe ändert sich regelmäßig. Wer auf dem aktuellen Stand bleiben will, findet in unserem ausführlichen NpSG-Guide alle relevanten Änderungen seit April 2026.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was genau sind Terpene in Cannabis?

Terpene sind aromatische Verbindungen, die Cannabis seinen Geruch und Geschmack geben. Sie werden in den Trichomen produziert – denselben Drüsen, die auch Cannabinoide herstellen. Über 200 verschiedene Terpene wurden in Cannabis identifiziert. Sie beeinflussen nachweislich das Gesamterlebnis einer Sorte.

Machen Terpene high?

Nein, Terpene allein erzeugen keinen Rausch. Sie modulieren aber die Wirkung von Cannabinoiden. Myrcen verstärkt sedierende Effekte, Pinen fördert Klarheit, Limonen hebt die Stimmung. Das Terpenprofil bestimmt mit, wie sich eine Sorte anfühlt – ohne selbst psychoaktiv zu sein.

Wie erkenne ich, welche Terpene in meinem Cannabis sind?

Die Nase ist der einfachste Indikator. Zitrusnoten deuten auf Limonen, Kiefernduft auf Pinen, erdige Schwere auf Myrcen, Pfeffriges auf β-Caryophyllen. Labortests liefern exakte Werte – immer mehr Hersteller drucken Terpenprofile auf die Verpackung.

Kann ich Terpene isoliert kaufen?

Ja. Isolierte Terpene sind legal und frei verkäuflich. Sie werden in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie seit Jahrzehnten eingesetzt. Manche Nutzer mischen sie in Extrakte oder Öle, um bestimmte Profile nachzubilden. Die Qualität variiert stark – auf Reinheit und Herkunft achten.

Welches Terpen ist am besten zum Entspannen?

Myrcen und Linalool gelten als die stärksten Entspannungs-Terpene. Myrcen liefert körperliche Schwere und Muskelentspannung. Linalool wirkt eher mental beruhigend und angstlösend. Die Kombination beider – wie sie in manchen Kush-Sorten vorkommt – ist die klassische Abend-Mischung.

Gehen Terpene beim Rauchen verloren?

Teilweise, ja. Verbrennung (über 230 °C) zerstört einen Großteil der Terpene, bevor sie inhaliert werden können. Vaporizer, die bei 160–210 °C arbeiten, erhalten deutlich mehr Terpene. Der Geschmacksunterschied zwischen Joint und Vaporizer ist deshalb enorm – der Vape schmeckt nach der Sorte, der Joint nach Rauch.

Sind Terpene in CBD-Produkten auch vorhanden?

In Vollspektrum-CBD-Produkten ja. Diese enthalten das natürliche Terpenprofil der verwendeten Hanfsorte. CBD-Isolat hingegen ist reines Cannabidiol ohne Terpene. Breitspektrum-Produkte liegen dazwischen – Terpene ja, THC nein. Für den Entourage-Effekt sind Vollspektrum-Produkte die beste Wahl.


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Terpene auf einen Blick: Zusammenfassung

Terpen Aroma Haupteigenschaft Siedepunkt
Myrcen Erdig, Mango Entspannend, sedierend 167 °C
Limonen Zitrus, Orange Stimmungsaufhellend 176 °C
Linalool Lavendel, blumig Beruhigend, angstlösend 198 °C
β-Caryophyllen Pfeffer, würzig Entzündungshemmend (CB2) 130 °C
α-Pinen Kiefer, Rosmarin Fokus, Atemwege 155 °C
Terpinolen Kräuter, Blumen Leicht sedierend 186 °C
Humulen Hopfen, erdig Appetitzügelnd 106 °C
Ocimen Basilikum, süß Antiviral, antifungal 100 °C

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und Aufklärung. Die beschriebenen Eigenschaften von Terpenen basieren auf wissenschaftlichen Studien, stellen jedoch keine medizinischen Empfehlungen dar. Cannabis-Produkte bei Happyflower entsprechen den gesetzlichen Anforderungen in Deutschland. Bitte informiere dich über die in deinem Bundesland geltenden Regelungen.

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